Bassanelli

Stille ZinkenMichael Praetorius beschreibt einen Satz gerader Doppelrohrinstrumente, die leiser sind als Pommern und von Johann Bassano entwickelt wurden.
Diese Instrument tauchen in den Inventaren der Grazer Hofkapelle 1577/1590, der Accademia Filarmonica in Verona 1593 und der Kasseler Hofkapelle 1613 auf.
Leider sind unseres bisherigen Wissens keine dieser Instrumente erhalten.
Praetorius gibt als großen Vorteil der Bassanelli an, dass sie in mehreren Teilen gebaut sind und an den Verbindungsstellen auseinander gezogen werden können, womit sie in einem weiten Bereich von Stimmungen sauber intoniert werden können.
Er nennt den Sopran, der einem Tenor- Instrument in d entspricht, Alt/Tenor analog einem Bassinstrument in G und Bass, einen Großbass in CC in moderner Terminologie.
Möglicherweise waren die italienischen Instrumente in einer Tonhöhe gestimmt, die deutlich über dem der Kasseler Hofkapelle lag , bei der Praetorius die Instrumente inspizierte, so dass es auch möglich erscheint, dass das Set in c/F/ BB gestanden hat.
Ich habe die Instrumente rekonstruiert. Die äußere Form ist von Praetorius übernommen, die Bohrung weißt einen engeren Konus auf als vergleichbare Pommern. Ich baue die Instrumente in a’ = 460/465 Hz und 440 Hz.
Mit zwei Oberstücken hat man ein Instrument, das in beiden Stimmtönen spielt. Die Möglichkeit, durch Ausziehen auch andere Stimmtonhöhen zu realisieren, bleibt bestehen.
Die Instrument spielen über zwei Oktaven
Ich baue die Instrumente wahlweiße als Set d,G,CC oder c,F,BB
in Feldahorn oder Elsbeere.